Christine Murillo
Christine Manuel, geboren als Christine Murillo am 1. August 1951 in Paris, ist eine französische Schauspielerin. Sie ist die Tochter von Léone Mail, einer Tänzerin an der Pariser Oper, und des Schauspielers und Regisseurs Robert Manuel. Ihr Geburtsname ist Christine Manuel. Sie ist die Schwester von Catherine Salviat, die ebenfalls Schauspielerin wurde. Von 1973 bis 1976 studierte sie am Conservatoire national supérieur d'art dramatique (Nationale Akademie der Dramatischen Künste), unter anderem bei Louis Seigner, Jean-Paul Roussillon und Antoine Vitez. Nach kurzer Engagements im Café-Theater trat sie 1977 der Comédie-Française bei und debütierte dort als Soubrette. Im Januar 1983 wurde sie festes Mitglied. Sie wirkt auch in Film und Fernsehen mit. Nach etwa zehn Jahren, im Jahr 1988, verließ sie die Comédie-Française, blieb aber weiterhin als Theaterschauspielerin (oft in zeitgenössischen Stücken), Filmschauspielerin und Fernsehschauspielerin aktiv. Sie brilliert in überlebensgroßen Rollen. Für ihre Theaterleistungen wurde sie mit vier Molière-Preisen ausgezeichnet. Den ersten erhielt sie 1989 für eine Nebenrolle in Anton Tschechows Klassiker „Die Möwe“, inszeniert von Andrei Konchalovsky am Odéon Theatre. Den zweiten Preis gewann sie 2005 für ihre Darstellung in Denise Chalems „Sag meiner Tochter, ich gehe verreisen“, inszeniert von der Autorin selbst – eine bemerkenswerte Leistung in einem Stück über Frauen im Gefängnis. Später, im Jahr 2018, gewann sie den Molière-Preis als Beste Nebendarstellerin für ihre Rolle in „Tartuffe“ (als Dorine) und 2020 einen weiteren Molière-Preis als Beste Hauptdarstellerin in einer Produktion des Public Theater für „Die Fliege“, basierend auf dem Roman von George Langelaan und sehr frei adaptiert von Valérie Lesort und Christian Hecq. Für sie und ihre Schwester schrieb Pierre Notte das Theaterstück „Deux petites dames vers le Nord“ (Zwei kleine Damen auf dem Weg nach Norden), das 2009 uraufgeführt und von Patrice Kerbrat inszeniert wurde. Christine Murillo ist außerdem Mitautorin des humorvollen Buches „Le Baleinié, dictionnaire des tracas“ (Der Wal, Wörterbuch der Ärgernisse), das zusammen mit Grégoire Oestermann und Jean-Claude Leguay im Verlag Éditions du Seuil erschien. Darin erfindet das Trio Wörter, um alltägliche Ärgernisse und absurde Situationen zu beschreiben: die Suche nach einem ordentlich verstauten Gegenstand, ohne zu wissen, wo er ist; ein Sonnenstich während einer Beerdigung; ein gemeinsames Essen mit wohlmeinenden Menschen, die Schwarze nicht mögen; und so weiter. Das Buch will die Redewendung beantworten: „Genau zu leiden heißt, schlecht zu leben.“ Als Bühnenstück in Episodenform unter den Titeln *Xu, Ugsu, dann Oxu* war es in den 2000er-Jahren ebenfalls ein Theatererfolg.
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